Warum 4 Gigawatt Ökostrom vor allem eines brauchen: Akzeptanz 

Wenn beim feierlichen Spatenstich eines Energiedrehkreuzes alle Akteure an einem Strang ziehen, ist das kein Zufall, sondern das Ergebnis strategischer Moderation. 

Wenn wir als Beratung für strategische Kommunikation unterwegs sind, dürfen wir auch immer wieder an den ganz großen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Transformationen teilhaben. Kürzlich durften wir wieder einen solchen echten Meilenstein begleiten und den offiziellen Bauauftakt für eines der künftigen Haupt-Energiedrehkreuze in Norddeutschland kommunikativ absichern.  

Schon alleine die Zahlen dieses Megaprojekts klingen beeindruckend: Ganze vier Gigawatt Offshore-Leistung werden an diesem Knotenpunkt künftig gebündelt. Das ist genug sauberer Windstrom, um rein rechnerisch rund fünf Millionen Haushalte verlässlich zu versorgen. Doch abseits der Ingenieurskunst und der logistischen Meisterleistungen zeigt sich hinter den Kulissen eines solchen Vorhabens sehr schnell eine fundamentale Wahrheit: Die beste und modernste Technik nützt am Ende überhaupt nichts, wenn die Menschen sie nicht mittragen.  

Was wir bei solchen Projekten eigentlich tun: Das Riesen-Puzzle  

Viele Menschen denken beim Begriff Kommunikationsberatung reflexhaft an das Schreiben von Pressemitteilungen, das Gestalten bunter Flyer oder das Posten von Updates in den sozialen Medien. Bei Infrastrukturprojekten dieser Dimension sieht unsere tägliche Realität jedoch völlig anders aus. Unsere eigentliche Aufgabe ist es, ein hochkomplexes Puzzle zusammenzusetzen, das ohne Moderation wohl nie ein vollständiges Bild ergeben würde.  

Es gibt unzählige Akteure, die zwar in der Summe alle in dieselbe Richtung streben – die Energiewende –, aber im Detail völlig eigene, oft gegensätzliche Interessen, Logiken und Prioritäten mitbringen. Da treffen die Interessen der Offshore-Sparte auf die Anforderungen der Onshore-Verantwortlichen. Da müssen sich verschiedene Übertragungsnetzbetreiber untereinander koordinieren. Und gleichzeitig gilt es, die Erwartungen der lokalen Kommunalpolitik, der Landespolitik und der Bundespolitik mit den handfesten Interessen der regionalen Wirtschaft zu synchronisieren.  

Genau hier kommen wir ins Spiel. Konkret bedeutet das für unser Team vor Ort vor allem das „Miteinander“ aktiv zu moderieren. Wo Planende und Ingenieurinnen und Ingenieure in Megawatt und Trassenverläufen denken, brechen wir diese Pläne herunter und übersetzen sie in transparente Informationen. Unsere wichtigste Leistung bei diesem Bauauftakt war es, das gewaltige Dickicht aus Einzelinteressen auf ein paar wenige, glasklare Botschaften herunterzubrechen. Botschaften, hinter denen sich am Ende alle Beteiligten vereinen konnten und die ein großes, gemeinsames Bild erzeugen; das Puzzle zusammensetzen. Erst dieses Zusammenspiel macht das Gesamtprojekt überhaupt möglich.  

Gleichzeitig beinhaltet unsere Arbeit eine intensive politische und kommunale Begleitung. Da wir die feinen politischen Dynamiken, regionalen Besonderheiten und potenziellen Fallstricke vor Ort genau kennen, können wir den gesamten Prozess strategisch steuern. Wir fangen Bedenken und Sorgen der Stakeholder frühzeitig auf, moderieren Konflikte, bevor sie verhärten, und bauen so Schritt für Schritt eine echte Vertrauensbasis auf Augenhöhe auf.  

Wenn am Tag X alle Fäden zusammenlaufen 

Ein feierlicher Bauauftakt – bei dem am Ende der Ministerpräsident, die verschiedenen Netzbetreiber, die Lokalpolitik und die Wirtschaftspartner gemeinsam das symbolische Puzzel zusammensetzen – ist für uns weit mehr als nur ein schöner Fototermin. Er ist das sichtbare Ergebnis monatelanger, intensiver Vorbereitung im Hintergrund.  

Bei einer solchen Veranstaltung kreieren wir einen Moment der echten Gemeinschaft. Doch damit dieser Moment entsteht und ein großes, zentrales Bild nach außen transportiert wird, muss im Vorfeld absolute Klarheit herrschen. Das bedeutet: Jede und jeder Beteiligte muss schon vor dem Betreten des Geländes genau wissen, was an diesem Tag passiert. Alle müssen ein gemeinsames Verständnis haben, die Kerninhalte und Kernbotschaften in- und auswendig kennen und mit ihnen übereinstimmen.  

Hinter den Kulissen bedeutet das für unser Team: Zahllose Briefings schreiben, Abstimmungsrunden drehen, Erwartungshaltungen abklären und alle Beteiligten auf eine gemeinsame Schiene bringen. Wenn der Tag des Bauauftakts dann da ist, sind wir das Nervenzentrum vor Ort. Bei uns laufen alle Fäden zusammen – organisatorisch, inhaltlich und strategisch. Wir halten den persönlichen Kontakt, steuern die Kamerateams vor Ort, koordinieren die Presse, stellen sicher, dass alle relevanten Stakeholder eingebunden sind, und bespielen zeitgleich die Social-Media-Kanäle. Wir sind in diesem Moment Ansprechpartner für alles und jeden.  

Das Fundament für den langfristigen Projekterfolg absichern 

Ein gelungener Auftakt liefert den greifbaren Beweis dafür, dass alle Puzzleteile am Ende perfekt ineinandergegriffen haben und der Schulterschluss zwischen allen beteiligten Akteuren erfolgreich funktioniert hat. Er zeigt: Der Umbau unseres Energiesystems gelingt nur, wenn die Kommunikation genauso professionell geplant und umgesetzt wird wie die eigentliche Baustelle.  

Leitungen und Transformatoren sind das technische Skelett der Energiewende. Doch das unsichtbare Fundament, auf dem all diese Großprojekte sicher stehen, besteht aus Vertrauen, Offenheit und einem ehrlichen, transparenten Dialog, der die Akteure zusammenhält.  

Wir freuen uns darauf, dieses und viele weitere Großprojekte auch in Zukunft kommunikativ abzusichern, die komplexen Puzzle der Transformation zusammenzufügen und die Infrastruktur unseres Landes aktiv mitzugestalten.  

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